Tag der offenen Tür 2017

Am Samstag, den 02.12.2017, war es soweit: Die HLW Rankweil öffnete die Pforten für interessierte Besucher, Freunde und Unterstützer. Das Programm war zuvor in zahlreichen Stunden von eifrigen SchülerInnen und LehrerInnen erdacht und liebevoll gestaltet worden. Unter dem Motto ‚Kommen Sie rein ... schauen Sie rein! Schön, dass Sie da sind!’ empfingen adrett gekleidete SchülerInnen ab 9.00 Uhr am Morgen die eintreffenden Gäste.
Falls Sie leider keine Zeit für einen kurzen Besuch bei uns hatten, lehnen Sie sich zurück und gestatten Sie sich einen kleinen imaginären Rundgang. Los geht’s!
Um 9.30 Uhr fanden sich einige Besucher in der Aula, um sich den Schulfilm über die zahlreichen Aktivitäten an der HLW Rankweil anzusehen. Sofort sticht ins Auge, dass zumeist lachende und aktive SchülerInnen und LehrerInnen zu sehen sind. Das Interesse ist also geweckt. Und daran kann die Direktorin Ulrike Münst-Xander dann auch wunderbar anknüpfen. Mit warmen Worten schildert sie kurz die 4 Arbeitsbereiche der Schule als da wären: Allgemeinbildung als solides Fundament, Hotellerie und Gastronomie, Wirtschaft und Digitales und last but surely not least Fremdsprachen. Alle diese Bereiche gehören zur Basisausbildung, die alle SchülerInnen genießen. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass es neben dieser Basis aber auch zahlreiche Zusatzangebote wie zum Beispiel die Ausbildung zur Käsekennerin oder Jungsommelière sowie kostenlose Vorbereitung auf verschiedene Sprachzertifikate gibt.

Neben der fachlichen Bildung steht zudem die Persönlichkeitsbildung als wichtiger Bestandteil des Schullebens im Fokus. Selbstbewusstsein, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und akzeptieren, Hilfsbereitschaft, Wertschätzung, gegenseitiger Respekt und soziales Engagement prägen das Schulklima. Dafür steht die Direktorin und man spürt die Aufrichtigkeit und Begeisterung für ‚ihre’ Schule in ihren Worten. Natürlich gäbe es noch mehr zu berichten, aber Schülerzahl, Verkehrsanbindung und Essensangebote sind auch schnell auf der Homepage recherchiert. Verlassen wir also diesen ersten Eindruck mit einer wundervollen Darbietung des hauseigenen Chors, der ein Medley aus dem Musical Mamma Mia! stimmgewaltig und eindrucksvoll darbietet, und wandern wir zurück in den Eingangsbereich.
Inzwischen strömen immer mehr interessierte Jugendliche mit ihren Mamas, Papas, Omas und Opas herein und werden von freundlichen Damen im Dirndl begrüßt. Diese bieten sich ebenso wie die zahlreichen LehrerInnen für eine Führung durch die verschiedenen Stationen an. Dann wollen wir mal!

Die erste Station erwartet uns im Untergeschoss. Da steht ein dampfender Topf und es köchelt eine seltsame Brühe darin. Was ist das denn? Lachend erklären die bereitstehenden Schülerinnen, dass sie dabei sind Frischkäse herzustellen. Wie? Jetzt? Ja, kein Problem! Denn im 2. Jahrgang gibt es das Freifach ‚Käsekenner’ und dabei wird neben der Verkostung unterschiedlichster Käsesorten auch das Herstellen derselben genauer untersucht. Und profitieren können jetzt die Besucher, denen der milde Frischkäse mit allerlei Zutaten wie etwa getrockneten Tomaten, gehackten Oliven oder einfach nur Kräuteröl angeboten wird. Dazu gibt es passend frisch gebackenes Brot. Ein Genuss!

So gestärkt geht es einen Schritt weiter zum Stand der Jungsommeliers. Diese haben sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Viele der Erwachsenen haben sicherlich schon einmal erstaunt die Weinkarte in einem Restaurant gelesen und sich gefragt: Sind da wirklich nur Trauben drin, wenn der Wein angeblich nach Beeren schmecken soll? Ja, zumeist ist genau dies der Fall, erklären uns die Schülerinnen des 4. Jahrgangs. Weil aber Traube nicht gleich Traube und Wein sowieso nicht gleich Wein ist, haben sie in großen Rotweingläsern all die geschmacklichen Grundrichtungen verschiedener Weine gesammelt. Da begegnet dem Betrachter neben Bananen und den bereits erwähnten Beeren und allerlei Unvermutetes. Oder hätten Sie erwartet, dass ein Wein auch nach roten Linsen schmecken kann?!? Wer das nicht glauben mag, darf gern einen Schluck probieren. Aber jetzt ist es ja noch etwas früh dafür. Merken wir uns diesen Stand besser ebenso für später wie auch den nebenan liegenden Speiseraum, der für hungrige Besucher liebevoll eingedeckt ist. Das geschäftige Treiben gegenüber in der Küche lässt jedenfalls auf Gutes hoffen.

Da wir aber noch näher am Frühstück als am Mittagessen sind, folgen wir zunächst dem freundlichen Dirndlmädel in den ersten Stock. Nebenbei beantwortet dieses eifrig alle anfallenden Fragen nach Praktikum, Freifächern und vor allem ‚Bewerbungsvoraussetzungen’. Das Schönste daran: Es gibt keine! Bewirb dich einfach!!!
Im ersten Raum des ersten Stockes empfangen uns sportliche Schülerinnen mit Tanzperformance, Akrobatik und einem selbstgedrehten Film über die Sportwoche, die am Ende des 2. Schuljahres stattfindet. Hier stehen Bewegung und Sport im Mittelpunkt und man sieht gleich, dass sich die Mädchen gern bewegen und Spaß daran haben, nicht nur traditionelle Sportarten versuchen zu dürfen. Wem das noch nicht genug ist, der kann sich vor dem Raum an allerlei Jonglagegeräten versuchen. Hilfreich stehen hier die SportlehrerInnen zu Seite.

Gegenüber kommen neben dem Sehsinn nun auch die Geruchs- und die Geschmacksknospen zum Einsatz. In allerlei Schüsselchen finden sich gesunde Lebensmittel, die regelmäßig Einsatz in der HLW-Küche finden. Das sogenannte Brainfood besteht vor allem aus getrockneten Früchten, Nüssen und anregenden Gewürzen. Alles zum Probieren dargeboten. Daneben können auch das täglich angebotene hausgemachte Müsli sowie würzige Kekse und Müsliriegel versucht werden. Wenden wir unseren Blick dann nach links, erschließt sich auch, warum es hier neben den Gewürzen auch noch blumig duftet! Die SchülerInnen präsentieren hier ihr Können in der Blumenwerkstatt. Basis eines handgefertigten Straußes bilden Rosen und/oder Amaryllis. Umrandet werden diese mit Blättern und Schleierkraut und zieren so jeden Tisch. Zum Glück können diese Kunstwerke käuflich erworben werden und verschönern so sicher am Sonntag manchen Kaffeetisch.

Dem nächsten Raum sieht unsere kleine Gruppe schon ganz aufgeregt entgegen! Hier informieren uns einige SchülerInnen über das verpflichtende Berufspraktikum, das zwischen dem 3. und 4. Jahrgang absolviert wird. Denn das Besondere an der HLW Rankweil ist, dass dieses Praktikum von nahezu allen SchülerInnen im Ausland absolviert wird. Im Rahmen des Erasmus+-Projektes ist die HLW Rankweil mittlerweile österreichweit der größte Projektpartner im Bereich Berufsbildung. Dank der FachlehrerInnen, die sich unermüdlich für ihre SchülerInnen einsetzen, konnte ein weitverzweigtes Netzwerk an Sternehotels gewoben werden, in dem unsere SchülerInnen immer gerne aufgenommen werden. Neben den persönlich-begeisterten Berichten können wir uns hier auch nochmals mithilfe diverser Infomaterialien und einer ansehnlichen Powerpointpräsentation informieren. Wer es gerne genauer mag, jetzt aber lieber alle Eindrücke sammelt, kann sich das Infomaterial, Stifte und andere ‚Gutsle’ mitnehmen und zuhause studieren.

Nebenan kommt nun neben den Pflichtgegenständen auch ein besonderes Projekt der Schule zum Vorschein. Jeder kennt es, jeder findet es gut, die Wenigsten wissen viel darüber. Fairtrade. Hier haben sich die SchülerInnen genauer damit auseinandergesetzt, wie wir mit der Welt, in der wir leben, eigentlich umgehen möchten. Wen beuten wir eigentlich aus, um so einkaufen zu können, wie wir es tun? Darüber informieren Infotafeln ebenso wie ein spannend gestalteter Film. Ganz konkret zu sehen ist das dann an den verschiedenen Produkten, die fair gehandelt nun zum Verkauf angeboten werden. Diese sind zwar etwas teurer als üblich, aber ein gutes Gewissen ist unbezahlbar.

Jetzt wäre ein Sprung in den zweiten Stock möglich, aber ein Blick auf die Uhr sagt uns: Hopp, hopp, ab in die Bibliothek im Erdgeschoss! Hier sitzen bereits einige Leute um einen Tisch mit allerlei bunten Blättern und Sternchen und Glitzerapplikationen. Der Fachbereich Deutsch bietet hier die Möglichkeit, Weihnachtsanhänger zu basteln und anschließend laminieren zu lassen. Schick! Das macht sich sicher an jedem Geschenk gut!
Doch die eigentliche Attraktion ist hier eine Lesung verschiedenster Texte, die allesamt eines gemeinsam haben: Sie entstanden in einem kreativen Schreibworkshop mit der bekannten Vorarlberger Autorin Irmgard Kramer. Auch das ist Bestandteil des Schullebens an der HLW Rankweil. So finden sich viele vergnüglich vorgetragene Zeilen über das Schulleben, die mal ernster und mal mit einem Augenzwinkern über das Miteinander und den Alltag hier berichten. Die Leserinnen sind versiert und konzentriert und schaffen es schnell, ihr Publikum mitzureißen. Hm, leider konnte ich mir nicht alles merken. Doch das ist nicht ganz so schlimm, denn die Säulen zwischen Eingang und Konferenzzimmer wurden durch diese Texte verschönert und laden so noch einmal zum Nachlesen ein. Zudem wird im Besprechungszimmer neben dem Eingang eine Graphic Novel im Großdruck präsentiert, die ebenfalls das literarische Potenzial der SchülerInnen verdeutlicht. Hier laden gemütliche Stühle zu einer kleinen Pause ein.

Alleine weiterzulaufen macht allerdings keinen Spaß, also suchen wir uns wieder ein Grüppchen, dem wir uns ganz ungezwungen anschließen dürfen. Schnell werden wir fündig und sehen erneut leuchtende und begeisterte Gesichter. Auf die Nachfrage, warum sie sich den hier für die HLW Rankweil interessieren, kommen die verschiedensten Antworten. Sie reichen von allgemeinem Interesse an Gastronomie und Service, über den besonders guten Ruf in Bezug auf das Praktikum und die Sprachenausbildung bis hin zu ganz konkreten Berufswünschen wie Graphikerin oder Medizinerin. Auf all das wollen die Interessierten gut vorbereitet werden und sehen diese Möglichkeit vor allem an der HLW Rankweil.
Bleiben wir also bei den Sprachen und besuchen im zweiten Stock die Räume der Sprachengruppen. Einerseits werden uns die romanischen Sprachen Französisch, Italienisch und Spanisch vorgestellt. Zahlreiche Unterrichtsmaterialien, Stellwände, liebevoll gestaltete Fotocollagen informieren hier ebenso wie die SprachenlehrerInnen und die SchülerInnen, die dabei den Charme des jeweiligen Landes versprühen und nebenbei auch die Eltern und Großeltern animieren mal wieder in der Fremdsprache zu sprechen.
Andererseits kommt aber auch die ‚Weltsprache’ Englisch im Raum gegenüber zum Zug. Hier warten begeisterte SchülerInnen nicht nur mit einer Vorstellung der Unterrichtsmaterialien, sondern auch mit selbst hergestellten Spielen, die dazu einladen die eigenen Kenntnisse zu überprüfen. Auch wenn man beim Betreten des Raumes zunächst etwas schüchtern sein mag, die fröhlich kichernden Jugendlichen laden doch rasch zum Mitspielen ein.

Auch wenn es schwerfällt, es gibt ja noch mehr! Also schlendern wir weiter und betreten einen Raum, der sich ebenfalls sehen lassen kann. An verschiedenen Stellwänden werden wir hier darüber informiert, was die Unterrichtsgegenstände Geschichte, Psychologie und Recht alles beinhalten. Wer war nochmal Immanuel Kant? Wie funktioniert eigentlich das Gesetzgebungsverfahren und was feiern wir am 26.10., außer dass wir ausschlafen dürfen? Wer dann noch etwas Zeit und Muße hat, kann sich an einem spannenden Zuordnungsspiel beteiligen. Wer war doch gleich der Mann mit der stylischen Brille – Kim Yong Un? Vladimir Putin? Oder doch besser Frank-Walter Steinmeier? Wer da nicht ganz so fit ist, bekommt tatkräftige Unterstützung von freundlichen HLW-Mädels.

Und auch im nächsten Raum erwarten uns zahlreiche Übungen und Spiele zur Veranschaulichung. Wer also nicht mehr ganz fit in Prozentrechnung ist oder schon immer die Geheimnisse eines Haushaltsbuches durchschauen wollte, der ist hier richtig. Die kaufmännischen Unterrichtsgegenstände präsentieren hier, dass das Jonglieren mit Zahlen nicht öde und trocken sein muss, sondern Spaß machen kann. Die Methodik ist eben doch alles.

Im letzten Raum auf dieser Seite des Ganges erwartet uns nun der brandneue Medienraum der HLW Rankweil! Hier finden wir alles, was unser digitales Herz begehrt: Alle möglichen PC-Programme werden vorgestellt, ein Spiel wird angeboten, die Stellwände verdeutlichen nochmals, was alles auf dem Informatiklehrplan steht und ein hochmotiviertes SchülerInnen- und LehrerInnen-Team informiert über Unterricht und Unterrichtsstoff. Das angewandte Informationsmanagement auch gleich auszuprobieren, dazu laden die zahlreichen PC-Arbeitsplätze ein, natürlich gut betreut und nicht allein gelassen im digitalen Universum!

Zwar sind wir jetzt schon ein bisschen müde, aber noch sind wir nicht übervoll an neuem Wissen. Also rasch die Seite wechseln und in naturwissenschaftliche Gefilde eintauchen! Empfangen werden wir von einer Vorstellung, was die HLW auch ausmacht: Die Diplomarbeit, die im 4. und 5. Jahrgang geschrieben wird. So veranstaltete eine Gruppe von SchülerInnen in diesem Schuljahr einen Workshop zum Thema Klimawandel und Klimaschutz an einer Volksschule.
Ein weiteres Projekt, das hier vorgestellt wird, beschäftigt sich mit der Welt des Honigs und der Honigbiene. Und nach dem ganzen Stress – erstmal einen Anti-Stress-Ball herstellen. Geht ganz einfach mit einer nicht-newtonischen Flüssigkeit, Luftballons und charmanter Anleitung durch motivierte SchülerInnen!

Auch nebenan können wir künstlerisch tätig werden. Zwar ist das Dirndlnähen inzwischen nur noch ein Freifach, aber das heißt nicht, dass hier nicht genäht wird, was das Zeug hält! Beim kreativen Gestalten kommt so einiges heraus, was es hier zu bestaunen gibt: Boxershorts, Kissenbezüge, Geldtäschchen oder Federschachteln und ja, auch Dirndl sind hier zu bestaunen. Und wer da Lust bekommt, selbst Hand anzulegen, der darf eine kleine Geldtasche oder ein Zaubertäschchen herstellen. Auch hierbei wird uns tatkräftig zu Seite gestanden.

Und dann haben wir auch schon den letzten Raum erreicht. Ebenfalls die Kreativität soll hier geweckt werden. Allerdings weniger mit Nadel und Faden, mehr mit Pinsel und Stift bzw. mit Kamera und Fotoapparat. Zahlreiche bildnerische Künste können wir hier bestaunen und zum Glück auch erklären lassen. Denn die Werke sind so vielfältig, dass man gar nicht weiß, wohin man zuerst blicken soll. Zuerst die Bildbearbeitung? Oder doch die gemalte Kunst? Oder die Drucke? Die eloquente und kompetente Betreuung ermöglicht es uns aber, hier den Durchblick zu behalten.

Uff.... und jetzt? Jetzt bin ich wirklich hungrig geworden! Sie auch? Dann lassen Sie uns doch auf einen Sprung in den Speisesaal huschen und eines der hervorragenden Gerichte versuchen. Oder doch lieber einen Kuchen? Den könnte man zur Not auch für den Nachmittag noch mit nach Hause nehmen!
Das darf jeder nun nach seinem Gusto tun. Was aber bei diesem Tag der offenen Tür deutlich geworden ist, ist Folgendes:
SchülerInnen und LehrerInnen arbeiten hier respektvoll und kreativ miteinander. Sie scheuen keine Extraarbeit, bringen sich ein und sehen die HLW Rankweil als Lern- und Lebenswelt, für die sie sich gerne einsetzen. Hier herrscht eine Atmosphäre des Willkommens und der Wertschätzung. Und falls Sie leider dieses Mal nicht dabei sein konnten, besuchen Sie uns doch im kommenden Jahr! Wir freuen uns auf Sie!

Julia Lehmann